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Ein Jahrhundert Alpingeschichte am Felbertauern
Nachdem sich St. Pöltner Alpinpioniere das Gebiet des Felbertauern um die Jahrhundertwende des vorigen Jahrhunderts als alpines Arbeitsgebiet erkoren hatten, reifte bald der Entschluss, einen dauerhaften Stützpunkt in diesem Gebiet zu schaffen und einen Weg zu den benachhbarten Hütten Rudolfshütte und Prager Hütte anzulegen. Diese großartige Weganlage, der St. Pöltner Ostweg (fertiggestellt 1911) und der St. Pöltner Westweg (fertiggestellt 1925) ist das Ergebnis einer alpinhistorischen Glanzleistung und besteht noch heute.
Nach der Festlegung des Hüttenstandortes begannen 1913 die Arbeiten für den Bau und konnten bedingt durch den Ersten Weltkrieg und großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit der feierlichen Eröffnung der Hütte erst 1922 abgeschlossen werden.
In den Jahren 1992/1993 wurde die Hütte großzügig erweitert und die Energieversorgung durch Verwendung von Alternativenergie (Sonne und Wind) vorläufig sichergestellt. Es entstand ein einfaches, aber schmuckes Bergsteigerheim und der Begriff des "höchsten Hauses der nö. Landeshauptstadt St. Pölten" wurde geprägt.
Die St. Pöltner Hütte im Jahr 1922. Foto: Sammlung Museumsverein Mittersill
Die Hüttenversorgung mit Lebensmittel und Brennstoffen gestaltete sich aufgrund fehlender Zufahrtswege immer schwierig, sie kann auch heute nur mittels Hubschraubertransportes oder auch am Rücken des Hüttenwirts durchgeführt werden.
Eine Verbesserung der Infrastruktur im Hüttenbereich wurde unumgänglich und 2011 daher mit einem umfangreichen Projekt zur Anpassung an neue Erfordernisse und gesetztliche Bestimmungen begonnen. Noch Im selben Jahr konnte eine neue Fotovoltaikanlage für eine autarke Stromversorgung installiert werden. Neuer Hüttenwirt wird Reinhold Hofmann, der die Gastronomie in den nächsten Jahren erfolgreich weiter entwickeln wird.
2012 folgte schließlich die Errichtung einer neuen Wasserversorgungsanlage und einer biologische Kläranlage (Kiesbett-Anlage) für die Abwasserbeseitigung.
Im Hinblick auf das 100-jährige Bestandsjubiläum 2022 wurden weitere Sanierungsmaßnahmen wie ein umfassender Fenstertausch und die komplette Neuverkleidung der Süd- und Nordfassade mit Lärchenschindeln durchgeführt.